Aktuelle Lage der Energieversorgung in Deutschland mit Blick auf die U.S. Sanktionen zum NorthStream2 Projekt.

Quelle: unsplash.com/matthewhenryEnergieversorgung
Energie muss verfügbar, sauber und bezahlbar sein

Atom- und Kohlestrom müssen, um den ausgegebenen Klimazielen gerecht zu werden, vollkommen ersetzt werden. Das können erneuerbare Energien wie Windkraft nicht sofort und in vollem Umfang leisten. Somit ist Erdgas als Energiequelle zur Zeit alternativlos. Der deutsche Gasverbrauch wird kurz- und mittelfristig steigen, weil seine Verbrennung weniger klima- und gesundheitsschädlich ist, als die vom Kohleabbau. Weil es in Deutschland kaum eigene Gas Vorkommen gibt, muss der Rohstoff aus anderen Ländern importiert werden. Wenn man voraussetzt, dass Gas nicht die kommenden 100 Jahre als Energiequelle zur  Verfügung stehen wird, gibt es weltweit ausrreichende Ressourcen. Es gibt große Gasvorräte in sehr vielen Ländern, von Algerien, dem östliche Mittelmeer, im Iran und Azerbaijan bis hin zu Russland. Die aktuelle Herausforderung der Versorgung Deutschlands und Europas mit Gas scheint leicht lösbar.

Deutschland fokussiert hier die Zusammenarbeit mit Russland, was den USA schon seit NorthStream 1 im Jahre 2011 „missfällt“. Nun wird mit NorthStream 2 eine zweite Pipeline durch die Ostsee verlegt, was nun sogar auf extorritiale Sanktionen der USA stößt. Am Bau von NorthStream2  beteiligte Unternehmen werden massiv durch die USA eingeschüchtert. Es wird von Einreiseverboten, sowie dem Einfrieren des Geldes auf ihren Bankkonten gesprochen. Durch den Einsatz  dieser unilateraer Sanktionen der USA, mit denen sie  erdölproduzierende  Länder direkt unter Druck setzen können, nehmen Auf dem weltweiten Ölmarkt (geo-)politische Eingriffe  zu.  Zwei aktuelle Beispiele hier sind Venezuela und Deutschland/ Europa. In Venezuela soll mit diesem Mittel ein Regimewechsel befördert werden. Und in Deutschland und Europa können US-Sanktionen bald gravierende Auswirkungen auf die Energieversorgung entfalten. Die US-Fracking-Industrie hat den Ölmarkt fundamental verändert. Klimatechnisch ist das Schiefergas aus den USA (US Fracking) ein umweltschädliches Fiasko im Vergleich zu den aktuellen Gewinnungs- und Transportmethoden. Es ist mit knapp 4-fach höheren Vorketten-Emissionen behaftet. Das führt in der Konsequenz zu mehr CO2-Ausstoß. Ersetzt man  das russisches Gas durch US-Gas  entstehen so zusätzlich jedes Jahr 34,5 Millionen Tonnen CO2 (hochgerechnet auf die Gesamtkapazität einer North Stream 2 Pipeline von 55 Milliarden Kubikmetern im Jahr). 34,5 Millionen Tonnen CO2 entsprechen dem  Ausstoß von 12 Millionen PKW. Das wären rund ein Viertel aller in Deutschland zugelassenen Autos (47 Millionen). Wirtschaftlich schwinden durch die Neukartierung des Ölmarkts Möglichkeiten für multilaterales Handeln. Ebenfalls ist der Preis des US Fracking Gases höher als der von dem aus NorthStream2 zugeführten und dies unabhängig von der lang- oder kurzfristigen Kostenbetrachtung. Das wird sich stark auf den Erdgaspreis auswirken, da bei Ausbleiben vom Northstream2 Gas entsprechend mehr US Fracking Gas importiert werden muss. Die Mehrksosten hat das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln mit jährlich bis zu 6 Milliarden Euro beziffert, allein für Deutschland. Es gibt  für europäischen Unternehmen keinen ausreichenden Schutz vor unilateralen US-Sanktionen, so dass viele sich gezwungen sehen dem Druck der USA nachzugeben. Die deutsche und europäische Autonomie in der Energieversorgung könnte dadurch auf absehbare Zeit empfindlich beeinträchtigt werden.

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