Am 20.05.2026 hat der Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Soziales der Stadt Rendsburg eine Änderung des Kostenbeitrags für das Mittagessen in den Kitas in Trägerschaft der Stadt Rendsburg beschlossen. Anstelle der bisherigen 3,67 Euro pro Mahlzeit soll nun eine Pauschale von 80 Euro pro Monat für die Teilnahme an der Mittagsverpflegung erhoben werden. Außerdem soll es eine Zehnerkarte für 55 Euro geben. Dies entspricht bei angenommenen 216 Kitatagen einem Anstieg auf 4,45 Euro bzw. einer Steigerung von mehr als 20 Prozent – bei der Zehnerkarte sogar um 50 Prozent.
Hierzu erklärt Samuel Rothberger, Mitglied der Rendsburger Ratsversammlung für Die Linke: „Dies ist eine starke Mehrbelastung der Eltern. Die Linke fordert schon lange ein kostenfreies, gesundes und schmackhaftes Mittagessen an allen Kitas und Schulen in Rendsburg. Die Teilnahme an den Mahlzeiten muss allen Kindern ermöglicht werden – unabhängig vom Einkommen der Eltern.“
Ein weiteres Problem ist, dass die Gebühren zukünftig pauschaliert werden. Das kann dazu führen, dass Eltern für Mahlzeiten bezahlen müssen, die nie ausgegeben worden sind, zum Beispiel wenn Kita-Gruppen wegen Krankheit ausfallen. Dies kritisierten auch die im Ausschuss anwesenden Elternvertreter. Obwohl sich diese mit diesem Anliegen zuvor an alle Fraktionen gewandt hatten, stimmte der Ausschuss einstimmig für die Erhöhung. Die Linke ist in diesem Ausschuss nicht abstimmungsberechtigt.
„Dass Eltern für nicht ausgegebene Mahlzeiten zahlen sollen, ist nicht akzeptabel. Daran ändert auch die Zehnerkarte nichts, da hier die Kosten pro Mahlzeit noch deutlich höher sind. Ärgerlich ist auch, dass der Ausschuss das Anliegen der anwesenden Elternvertreter ignoriert hat“, so Rothberger weiter.
Die Linke hat zusätzlich vorgeschlagen, bei der nächsten Ausschreibung des Caterings für die Kita-Verpflegung festzulegen, dass mindestens eine Mahlzeit vegan, koscher und/oder halal sein soll. Zudem sollte diese möglichst von einem regionalen Anbieter stammen und den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) entsprechen. Die Stadt hat lediglich zugesichert, dass sie die Empfehlungen der DGE mitberücksichtigen wird.
„Das Mittagessen muss so beschaffen sein, dass alle Kinder unabhängig von Weltanschauung und Ernährungsgewohnheiten daran teilnehmen können und ihr Nährstoffbedarf abgedeckt wird. Das ist auch eine Frage der Chancengerechtigkeit für alle Kinder. Dass die Stadt Rendsburg trotz der erheblichen Mehrkosten eine inklusive Gestaltung der Mahlzeiten nur teilweise umsetzen will, ist für uns nicht nachvollziehbar“, so Rothberger abschließend.