Gesundheit ist keine Ware sondern ein Menschenrecht

1. Mai 2013
Der Weg zur nächsten Apotheke ist oft weit

Jeder Mensch muss Zugang zur medizinischen Versorgung haben. Um dieses sicherzustellen, muss die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Gebieten des Kreises Rendsburg-Eckerförde ausgebaut werden. Aber auch bei der kreiseigenen imland Klinik besteht Handlungsbedarf. 

In den ländlichen Räumen des Kreises Rendsburg-Eckernförde ist die medizinische Versorgung unzureichend. Die ansässigen Hausärzte sind oft für ein großes Einzugsgebiet zuständig. Gerade für ältere Menschen ist es oft schwierig, in die nächste Arztpraxis zu gelangen, da diese oft weit vom Wohnort entfernt liegt. Das gleiche gilt oft auch für die nächste Apotheke. Ebenso gibt es Verbesserungsbedarf bei der häuslichen Pflege. Eine ausreichende Gesundheitsversorgung ist so in den ländlichen Räumen nicht mehr flächendeckend sichergestellt.

Nachfolger verzweifelt gesucht

Die Situation dürfte sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. In den kommenden Jahren werden in Schleswig-Holstein 900 Ärzte in den Ruhestand gehen. Häufig gibt es keinen Nachfolger. Für junge Ärzte ist es wegen der schlechten Arbeitszeiten, aufgrund von Nacht- und Wochenendbereitschaften und der schlechten Verdienstaussichten oft unattraktiv, sich als Landarzt niederzulassen. Hinzu kommt, dass die Landärzte mit immer mehr Anforderungen, wie zum Beispiel sich um vernachlässigte Kinder oder Demenzkranke zu kümmern, konfrontiert werden. Die politischen Entscheidungsträger gehen dieses Thema nicht im ausreichenden Maß an, da eine Verbesserung dieser Situation mit Kosten verbunden ist. »Schleswig-Holsteins Ärzte fühlen sich im Stich gelassen«, titelte bereits am 2. Oktober 2011 die Ärzte Zeitung. DIE LINKE setzt sich dafür ein, die Voraussetzung für eine ausreichende medizinische Versorgung für alle Menschen in den ländlichen Räumen zu schaffen.

Entbindungsstation in
Eckernförde vorerst gerettet

Aber auch die Städte haben Probleme im Gesundheitssystem. Im Herbst 2012 wurde durch den Aufsichtsrat der imland Klinik angekündigt, die Entbindungsstation in Eckernförde zu schließen, da nicht genügend Belegärzte zur Verfügung stehen würden. Diese Ankündigung führte zu Protesten von Betroffenen, wie zum Beispiel der Hebammen und verschieden politischen Organisationen. Auch DIE LINKE hat sich hieran beteiligt. Das Ergebnis war, dass die Geschäftsführung der imland Klinik nun von diesem Vorhaben abgerückt ist und die Entbindungsstation in Eckernförde weiterführen will. Das eigentliche Problem bleibt jedoch bestehen. Das ist die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitssystems. Das Ziel der Profitmaximierung rückt so immer mehr in den Vordergrund. Mit Hüftoperationen lässt sich eben mehr Profit machen als mit Entbindungen.

Politischer Druck auch
weiterhin erforderlich

Damit die Entbindungs- und Kinderstationen an beiden Standorten Rendsburg und Eckernförde auch zukünftig gesichert ist, ist weiterhin politischer Druck und eine starke LINKE erforderlich. DIE LINKE fordert, dass zunehmende Profitorientierung der imland Klinik rückgängig gemacht werden muss. Die Gesundheit der Menschen und die Interessen der Klinikmitarbeiter müssen wieder im Vordergrund stehen. Außerdem müssen die Entscheidungen die Klinik betreffend transparent getroffen werden und nicht wie bisher in nicht öffentlichen Sitzungen der Gesellschafterversammlung. Daher ist die Klink in einen kommunalen Eigenbetrieb in öffentlich-rechtlicher Verantwortung zurückzuführen. Außerdem fordert DIE LINKE den Ausbau der vorhandenen Klinikbetten, damit auch in Notfallsituationen die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist. (SR)

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