Die Frauenquote: Wahlkampfgetöse am Thema vorbei

24. April 2013

 

Am Donnerstag, den 18.04.2013, diskutierte der Deutsche Bundestag über eine gesetzliche Frauenquote in Führungsgremien. Das sorgte schon im Vorfeld für viel Wirbel, denn auch Frauen aus der CDU verkündeten, dass sie dem Gesetzentwurf des Bundesrates zustimmen würden. Vor allem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen zeigte sich rebellisch und plädierte für die Frauenquote. Die CDU ließ sich auf einen Kompromiss ein und schrieb ins Wahlprogramm, dass eine Quote ab 2020 vorgesehen sei. Damit wurde die Linientreue wieder hergestellt.

Am Ende stimmten 320 Abgeordnete aus der Koalition gegen die gesetzliche Frauenquote. 277 Abgeordnete stimmten bei der namentlichen Abstimmung dafür.

Verlierer bleiben am Ende alle Frauen, denn dieses wichtige Thema wurde in einer mediengerechten Debatte zerredet. Schuldzuweisungen und Wahlkampfgetöse überdeckten die eigentliche Sache.

Die SPD erklärt sich nun selbst zur einzigen Partei, die für eine echte Frauenquote steht. Aber weder im Bundestag unter den Abgeordneten noch innerparteilich steht die SPD mit ihrer 40 Prozent-Quote an erster Stelle unter den Parteien.

DIE LINKE hingegen fordert nicht nur eine 50 prozentige Quote, sondern hat sie auch fest verankert und setzt sie auch um. Während die SPD auf den Zug Frauenquote jetzt im Wahlkampf aufspringt, kämpft DIE LINKE bereits seit ihrer Gründung für eine echte Frauenquote in allen Bereichen.

Die CDU-Quoten-Fans knickten ein und ließen sich „überzeugen“, die Grünen machten der Union gar ein Angebot zur Güte und die SPD betont weiter, dass nur sie die richtige Partei für die Frauenquote sei. Die Wirtschaft kann aufatmen, denn sie braucht sich auch zukünftig deswegen keine ernsthaften Sorgen machen. Da heißt es dann, das würde sich alles von alleine regeln. Schließlich steuern wir auf einen Fachkräftemangel hin und deswegen bräuchte man die Frauenquote nicht. Das bedeutet also, dass wenn die Wirtschaft keine andere Wahl mehr hat, dürfen Frauen als Lückenbüßer dienen. Aber ob das heißt, dass so auch mehr Frauen in die Führungsgremien kommen, bleibt eine offene Frage.

Mittlerweile machen immer mehr Mädchen ihr Abitur und man bescheinigt ihnen, dass sie in einer veränderten Gesellschaft, in der es nicht nur um Kraft und Risikobereitschaft geht, besser zurecht kommen als Jungen. Während die festen Geschlechterrollen in der Gesellschaft bröckeln, verdienen Frauen immer noch durchschnittlich 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen arbeiten häufig im Niedriglohnsektor. In den Führungsetage trifft man sie hingegen selten an. Mit einer gesetzlichen Frauenquote hätte man das ändern können. 

Aber nun bleibt die Tür erst einmal weiter verschlossen. Und die Wählerinnen und Wähler?

Denen wurde ein großes Spektakel geliefert, aber nur wenig zum Thema. Ob man nun für oder gegen die Quote ist, zurück bleibt das Gefühl, dass es der Politik wieder einmal mehr um Selbstdarstellung und Show geht als um die Menschen, denen sie dienen soll. Schade.

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