Gemeinsames Lernen bis zum Abitur überall!

14. November 2012

Im Koalitionsvertrag zwischen der SPD, den Grünen und dem SSW steht, dass die Regierung eine ehrliche Schulpolitik in Kooperation mit allen Beteiligten machen will. Gemeinsames Lernen soll oberstes Gebot werden. Aber wie sieht die Schulpolitik der drei Parteien wirklich aus? 

Die Gemeinschaftsschule in Nortorf wird zum jetzigen Zeitpunkt von 607 Schülerinnen und Schülern in den Klassenstufen 5 bis 9 besucht. Nach langen Überlegungen hat sich die Schule dazu entschlossen, einen Antrag auf eine gymnasiale Oberstufe zu stellen. Schülerinnen und Schüler, die ihr Abitur an einer weiterführenden Schule machen möchten, müssen nach Neumünster, Rendsburg oder Kiel. Dies ist immer mit weiten, meist umständlichen Schulwegen verbunden. Seit dem Zusammenschluss der Real- und der Hauptschule im Schuljahr 2008/2009 zur Gemeinschaftsschule gab es viele strukturelle Probleme zu lösen, aber heute ist die Schule gut etabliert. Mit 607 Schülerinnen und Schülern in den Klassen 5 bis 9 ist die Schule führend im Kreis unter den Gemeinschaftsschulen, die eine gymnasiale Oberstufe beantragt haben. Eine Kooperation mit anderen Schulen, die bereits eine Oberstufe haben, ist aufgrund der Entfernung nicht möglich.


Keine Oberstufe für Nortorf?

Die Vertreter der SPD betonten in verschiedenen Sitzungen bereits mehrmals, dass die Stadt diese Pläne nicht ohne Weiteres unterstützen möchte. Immerhin sei es den Schülerinnen und Schülern durchaus zu zumuten, Wege von ca. 20 bis 40 Kilometer in Kauf zu nehmen. Auf die Wünsche der Eltern wurde kaum reagiert. Sicherlich war der Anpassungsprozess der Schule nicht ganz einfach und die Einführung einer gymnasialen Oberstufe wäre erneut mit einem größeren Arbeits- und Planungsaufwand verbunden. Aber DIE LINKE findet, dass einer Stadt mit über 6 000 Einwohnern eine Gemeinschafts-
schule mit Oberstufe sehr gut stehen würde und absolut notwendig ist.
Mit den Grünen nicht machbar
Auf Kreisebene bezweifeln Vertreter der Grünen, dass sich eine gymnasiale Oberstufe bei den Gemeinschaftsschulen in Fockbek und Büdelsdorf lohnt. Sie argumentieren, dass die Nähe zu Rendsburg ausreichen würde, um Schülerinnen und Schüler auf weiterführende Schulen zu schicken. Die geografische Nähe zu Rendsburg ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, aber die Gemeinschaftsschule Büdelsdorf, die bereits mit dem Ausbau der Schule begonnen hat, würde sehr unter einer Ablehnung des Antrags leiden. Die Schule hat ihren Antrag schon vor langer Zeit gestellt und rechnet fest mit einer Zusage. Auch für Fockbek wäre es ein herber Rückschlag.

Was nun?

Im Kreis wartet man auf den Schulentwicklungsplan und möchte dem Land empfehlen, diesen Schulen keine Oberstufe zu gewähren. Dabei steht im Koalitionsvertrag: »Unser Schwerpunkt wird die Stärkung des Gemeinsamen Lernens sein. Die Schulen, die sich auf diesen Weg gemacht haben, sollen unsere besondere Unterstützung erhalten. «Besondere Unterstützung sieht anders aus. DIE LINKE sagt: Gemeinsames Lernen muss überall möglich sein und jede Gemeinschaftsschule soll eine gymnasiale Oberstufe erhalten, damit weite Schulwege und hohe Beförderungskosten entfallen!