Schleifmühlenstraße 11: Rendsburg will historische Bausubstanz erhalten

17. Februar 2019
Schleifmühlenstraße 11
Der bisherige Eigentümer ließ dieses schöne Haus verfallen

Der Senat der Stadt Rendsburg hat sich am 14.02.2019 einstimmig dafür ausgesprochen, möglichst viel der historischen Bausubstanz auf dem Grundstück Schleifmühlenstraße 11 zu erhalten. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, mit dem Eigentümer Kaufverhandlungen zu führen und bei erfolgreichem Abschluss das Grundstück für die Stadt zu kaufen.

„Die Entscheidung des Senats begrüßen wir selbstverständlich sehr“, so Mario Meß, Ratsmitglied und Mitglied des Senats für DIE LINKE. „Dass die Entscheidung einstimmig getroffen wurde, zeigt die fraktionsübergreifende Einigkeit über die Wichtigkeit des Erhalts historischer Bausubstanz. Die historischen Gebäude in der Altstadt machen das Gesicht Rendsburgs aus.“

DIE LINKE gibt sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie fordert, Eigentümer mehr in die Pflicht zu nehmen und somit in Zukunft einer Verwahrlosung der Gebäude vorzubeugen. „Eigentum verpflichtet. Wenn das unser Grundgesetz so schreibt, sind die Eigentümer sämtlicher Leerstände unserer Innenstadt in meinen Augen auch Kriminelle“, so Leon Weber, Fraktionsvorsitzender der LINKEN. „Und jetzt zahlen wir die Rechnung für ihre Verbrechen.“

Sollte der Ankauf zustande kommen, müsse auch über die zukünftige Nutzung des Grundstücks nachgedacht werden. Während die anderen Fraktionen nach erfolgter Sanierung eine Rückführung in den freien Markt anstreben, bedenkt DIE LINKE die aktuelle Wohnraumsituation in der Stadt.

„Mit dem Grundstück in der Schleifmühlenstraße hat die Stadt ein Auge auf ein wahres Schmuckstück der Stadtgeschichte geworfen. Dieses später erneut privatwirtschaftlichen Spekulationen auszusetzen, kann nicht unser Anliegen sein“, bestätigt Samuel Rothberger, Mitglied im Bauausschuss für DIE LINKE. Er verweist auf einen entsprechenden Antrag seiner Fraktion, die mögliche Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft zu prüfen. „Hier können wir den Grundstein legen für eine neue Gesellschaft, die gemeinwohlorientierten Wohnraum schafft und erhält“, so Rothberger abschließend.