Öffentliche Erklärung von den Mitarbeitern der Stadtwerke Rendsburg

22. Oktober 2010
Wir, die Mitarbeiter der Stadtwerke Rendsburg möchten folgende öffentliche Erklärung abgeben: Uns ist bewusst, dass die öffentliche Ausschreibung der Konzessionsvergabe für die Strom- und Gasversorgung aus dem Energiewirtschaftsgesetz (§ 46, Abs.3 EnWG) abzuleiten ist und daher für die Stadt Büdelsdorf unumgänglich war. Die Frist, aus der Bekanntmachung vom 07.07.2010 im Bundesanzeiger, eine Interessenbekundung abzugeben ist […]

Wir, die Mitarbeiter der Stadtwerke Rendsburg möchten folgende öffentliche Erklärung abgeben:

Uns ist bewusst, dass die öffentliche Ausschreibung der Konzessionsvergabe für die Strom- und Gasversorgung aus dem Energiewirtschaftsgesetz (§ 46, Abs.3 EnWG) abzuleiten ist und daher für die Stadt Büdelsdorf unumgänglich war. Die Frist, aus der Bekanntmachung vom 07.07.2010 im Bundesanzeiger, eine Interessenbekundung abzugeben ist nun abgelaufen. Jetzt steht bald eine Entscheidung an!

Die Möglichkeit des drohenden Verlustes der Konzession und deren Folgen beunruhigen die Mitarbeiter der Stadtwerke Rendsburg und deren Familien zutiefst. Wir sehen die Stadtwerke Rendsburg, in ihrer jetzigen Form in Gefahr und damit auch einen Teil unserer Arbeitsplätze im hiesigen Lebens- und Wirtschaftsraum. Generationen, auch Büdelsdorfer Bürgern, haben bei den Stadtwerken Rendsburg eine qualifizierte Ausbildung erhalten und den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdient.

Die Regulierung durch die Bundesnetzagentur und die Umsetzung des Energiewirtschaftsgesetzes begleitet die Stadtwerke Rendsburg schon seit einigen Jahren. Wir haben uns den stetig wachsenden Anforderungen und Aufgaben aus der Anreizregulierung und dem Wettbewerb erfolgreich gestellt. Wir sind stolz darauf, dass wir trotz aller daraus resultierenden Schwierigkeiten, für unsere Kunden einen hohen Qualitätsstandard in allen Bereichen sicherstellen konnten.

Wir haben Verständnis für das Bestreben der Stadt Büdelsdorf, für sich und Ihre Bürger in diesen Verhandlungen die beste Lösung für die Strom- und Gasversorgung zu finden. Bei dem Streben nach Entgeltentlastung, Qualitätserhalt und Optimierung der finanziellen Situation, sehen wir die Gefahr, dass bereits bestehende und erfolgreiche Synergieeffekte aufs Spiel gesetzt werden. Den Blickwinkel der Stadt Büdelsdorf möchten wir auf unseren Arbeitgeber, die Stadt Rendsburg GmbH als bewährten und zuverlässigen Partner, Energieversorger und natürlich Netzbetreiber lenken.

Müssen wir tatsächlich befürchten, dass die seit über 90 Jahren andauernde, aus unserer Sicht erfolgreiche, Zusammenarbeit zwischen Büdelsdorf und den Stadtwerken Rendsburg in Gefahr ist?

Die anderen zur Verfügung stehenden Optionen, auf Grund deren die Stadtwerke Rendsburg zwangsweise ein Drittel des Netzgebietes verlieren würden, lösen den Betriebsübergang an den neuen Konzessionsinhaber aus. In diesem Zusammenhang wird die Abwicklung der Personalüberleitung nach § 613a BGB notwendig. Ca. 50 Kollegen könnten dadurch in eine ungewisse Zukunft geschickt werden. Das heißt bis zu 30% unserer 177 Mitarbeiter, darunter 28 Auszubildende und 23 Büdelsdorfer.

Wir bitten die Politiker, die in dem Fachausschuss, den Fraktionen, und explizit diesem Hauptausschuss tätig sind, die Vor- und Nachteile der zur Verfügung stehenden Optionen verantwortungsvoll zu prüfen und sich umfassend zu informieren. Seien Sie sich bitte vor der Beschlussfassung über die gesamte Tragweite der anstehenden Entscheidung im Klaren!

Wir Mitarbeiter favorisieren die Beteiligung der Stadt Büdelsdorf an unserem Unternehmen. Hiermit fordern wir die Kommunalpolitiker der Städte Rendsburg und Büdelsdorf, sowie den Aufsichtsrat der Stadtwerke Rendsburg GmbH auf, sich engagiert und kompromissbereit für eine zukünftige Zusammenarbeit auf Augenhöhe einzusetzen und damit eine Basis für den erneuten Abschluss der Konzessionsverträge mit den Stadtwerken Rendsburg zu schaffen.

gez. Die Mitarbeiter der Stadtwerke Rendsburg GmbH, am 30.09.2010