Frauenhäuser im Kreis Rendsburg-Eckernförde überlastet – dringender politischer Handlungsbedarf

13. Januar 2026
Quelle: Bild von Diana Cibotari auf PixabaySchwarz-Weiß-Aufnahme einer Frau, die verzweifelt den Kopf in die Hände stützt; auf ihrem Handrücken steht das Wort „STOP“ geschrieben.
Ein stilles Zeichen gegen Gewalt: Das Wort „STOP“ als Mahnung und Hilferuf.

Pressemitteilung zum Gewaltschutz im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Rendsburg. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde stehen aktuell nur 28 Plätze für Frauen und Kinder gleichzeitig zur Verfügung. Im Zeitraum 2025 (Stand der Auswertung: 31.10.2025) mussten 93 Frauen und insgesamt 119 Kinder, die Schutz vor häuslicher Gewalt suchten, abgewiesen werden. Der akute Platzmangel in Verbindung mit dem angespannten Wohnungsmarkt verhindert, dass Schutzsuchende ausreichend unterstützt werden.

Die Situation ist nicht neu: Ähnliche Belastungen bestanden bereits in den Vorjahren. Die Dringlichkeit des Problems ist dauerhaft hoch und den politischen Akteuren seit Langem bekannt.

Die Frauenhäuser leisten unter schwierigen Bedingungen unverzichtbare Arbeit. Dass Schutzsuchende dennoch abgewiesen werden müssen, ist kein Versagen der Einrichtungen, sondern die Folge unzureichender politischer Rahmenbedingungen, fehlender Plätze und mangelnder Ausweichmöglichkeiten auf dem Wohnungsmarkt.

„Wir erkennen an, dass Bund und Land mit dem Gewalthilfegesetz Schritte zum Ausbau von Schutzangeboten gehen. Gleichzeitig erleben wir im Kreis Rendsburg‑Eckernförde eine akute Notlage. Frauen und Kinder werden abgewiesen, obwohl sie Schutz suchen. Diese Menschen können nicht auf zukünftige Umsetzungsfristen warten. Solange neue Strukturen entstehen, muss der Kreis alles daransetzen, sofortige Schutz- und Übergangslösungen bereitzustellen“, sagt Nadine Schulz, Sprecherin der Linken Rendsburg-Eckernförde.

Sebastian Heck, Kreistagsabgeordneter der Linken, ergänzt: „Die Frauenhäuser und ihre Mitarbeitenden arbeiten seit Jahren am Limit. Wenn dennoch Frauen und Kinder abgewiesen werden müssen, zeigt das nicht ein Problem der Einrichtungen, sondern einen strukturellen Mangel an Schutzplätzen und Wohnraum. Diese Zahlen sind keine Überraschung. Alle Parteien sind aufgerufen, hieraus auch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“

Solange bezahlbarer Wohnraum fehlt, wird auch der Schutz vor Gewalt blockiert. Notwendig ist eine verbindliche Kombination aus ausreichend finanzierten Schutzplätzen und konkreten Maßnahmen gegen die Wohnungsknappheit, damit Frauen und Kinder nicht allein gelassen werden.

Die Linke Rendsburg-Eckernförde fordert daher:

  • den sofortigen Ausbau der Frauenhausplätze im Kreis Rendsburg-Eckernförde
  • die Einrichtung von Übergangswohnungen zur Entlastung der Frauenhäuser
  • eine frühzeitige und verlässliche Erfassung des Bedarfs von Schutzsuchenden, verbunden mit umgehenden Maßnahmen
  • eine auskömmliche Finanzierung durch Kreis und Land, damit Schutz vor Gewalt nicht von Haushaltslage und Wohnungsmarkt abhängt

Hintergrund: Die genannten Zahlen stammen aus einer offiziellen Auskunft der Brücke Frauenhäuser gGmbH, die im Rahmen einer Anfrage unseres Kreistagsabgeordneten Sebastian Heck in den Kreistag eingebracht wurde.

Hier geht es zur Anfrage im Ratsinformationssystem des Kreises:

http://l.linxx.net/GewaltschutzRDECK

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