Pflege geht uns alle an!

Am 11. Februar: Ja zur
Gegen die Privatisierung der „Neuen Heimat“

In Rendsburg erhitzt momentan ein Thema die Gemüter: am 11.02.2018 wird im ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte darüber abgestimmt, ob die Seniorenwohnanlage „Neue Heimat“ in öffentlicher Hand bleibt oder einen großen Schritt auf eine komplette Privatisierung zu geht.

Die Einrichtung ist ein unter der Trägerschaft der Stadt Rendsburg geführter Eigenbetrieb mit insgesamt 95 Pflegeplätzen und fünf Plätzen für Kurzzeitpflege. Zu der Anlage gehören außerdem 108 betreute  Seniorenwohnungen.

Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten beschloss die Rendsburger Ratsversammlung am 12.10.2017, durch einen Managementvertrag die Geschäftsführung der Neuen Heimat an den Verein „Die Brücke Rendsburg-Eckernförde e.V.“ abzugeben. Dies ist ein erster Schritt, um die Einrichtung langfristig vollständig aus der Hand zu geben. Ein Schritt, der nicht nur unüberlegt gegangen wird, sondern auch Pflege auf kurz oder lang zu einem für viele Menschen unbezahlbaren Luxus macht. Es darf nicht sein, dass Pflege zu einer Ware degeneriert und der Profit über die Menschen gestellt wird! Bereits jetzt ist es für sehr viele Menschen in unserer Stadt schwer, die notwendige Pflege zu bezahlen. Dem Beschluss der Ratsversammlung steht ein von der Geschäftsführung der Neuen Heimat entwickeltes Eigenkonzept entgegen, das die Modernisierung der Einrichtung aus eigenen Mitteln vorsieht. Dieses Konzept liegt der Stadt Rendsburg seit Jahren vor, doch die nötigen Investitionen wurden verwehrt, was zu den heutigen Defiziten führt. Die von der Ratsversammlung also wissentlich beschlossene Misswirtschaft der Neuen Heimat soll nun durch einen privaten Träger ausgebadet werden.

Nach Ansicht der Ratsversammlung sei es die wirtschaftlichere Lösung, die Geschäftsführung an die Brücke abzugeben, was eine dreiste Lüge ist. Während sich die Investitionen der Stadt bei Umsetzung des Eigenkonzeptes auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen, belastet die Aufgabenübertragung an die Brücke den Haushalt mit einer fast dreimal so hohen Summe von über 4,2 Millionen Euro. Und das nur wenn man den völlig utopischen Zahlen Glauben schenken mag, die die Stadt uns als realistischen Idealfall verkaufen will. Die tatsächlichen Kosten sind unabsehbar viel höher. Denn während die Neue Heimat nach Umsetzung des Eigenkonzeptes ab dem Jahr 2022 schwarze Zahlen schreiben soll, kann niemand garantieren, dass die Zusammenarbeit mit der Brücke jemals zu positiven Ergebnissen führen wird. Das Risiko bleibt weiterhin bei der Stadt, eventuelle Verluste belasten den Haushalt zusätzlich. Ganz abgesehen von der Wirtschaftlichkeit der beiden Lösungsansätze sind wir der Meinung, dass die Qualität der Pflege keine Frage der Gewinne oder Verluste sein darf. Sollten wir uns nicht viel eher fragen, welches der Konzepte den Menschen in den Mittelpunkt stellt und würdige Pflege bietet? Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die Pflege benötigen, und diese dürfen wir nicht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit abschieben. Pflege geht uns alle an!

Darum: Am 11. Februar JA! zur „Neuen Heimat“!

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