TOOOOR!

15. Juli 2014
Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Ja, ich habe mich gefreut über die tollen Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft, mitgefiebert und gebangt, als eine zunächst bessere argentinische Mannschaft im Finale aufspielte.Auch sie hätte mit etwas Glück den Titel holen können. Na und? Es ist Sport, ein Spiel, nicht mehr, nicht weniger.

Um so grotesker ist es, wie diese „schönste Nebensache der Welt“ in den Medien verklärt wird: Am Dienstag, den 15.07. lautet zum Beispiel die Titelzeile der Kieler Nachrichten „Momente für die Ewigkeit“, darunter ein Gruppenphoto der Mannschaft mit Merkel. Zum Glück wird ihre Kanzlerschaft nicht ewig dauern, da helfen kein Fußball als Religionsersatz und Erweckungserlebnisse auf dem „heiligen Rasen“. Und es ist auch zu hoffen, daß es den Millionen von Menschen in Brasilien, die am Hungertuch nagen müssen, während Fußballer hunderttausende von Euro für den Sieg in einem Spiel kassieren dürfen, bald etwas besser geht. Ein Blick in die Ewigkeit hilft da überhaupt nicht, sondern eine Umverteilung von Finanzmitteln.

Den Vogel hat wohl eine US-amerikanische Zeitung abgeschossen, worin stand, die Deutschen hätten sich seit dem zweiten Weltkrieg zum ersten Mal wieder so richtig wohl in ihrer Haut gefühlt… Ich weiß nicht, was diese Zeitung von diesem Krieg weiß, aber für meine Familie bedeutete sie lebensgeschichtliche eine Katastrophe.

Der deutsche Fußballbund nach 1945 wurde übrigens von ehemaligen Nazis angeführt, nachdem das zwar nicht ewig währende, aber zunächst 1000-jährige Reich nach zwölf Jahren untergegangen war. Ein Elfmeterschießen reichte dafür nicht.

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