„Systematisches Versagen“: der Staat deckte die Nazi-Mörder

3. September 2014

Rund zehn Jahre lang mordete das Nazi-Trio NSU, und die Ermittlungsbehörden tappten angeblich im Dunkeln. Tatsächlich wurde der "Nationalsozialistische Untergrund" durch den Staat mitfinanziert, über Gelder, die an V-Leute des sogenannten Verfassungsschutzes flossen und direkt weitergeleitet wurden. Spuren ins Nazi-Milieu wurden vertuscht und stattdessen die Opfer der Mörder bzw. deren Familienangehörige und Freunde verdächtigt. Es ist auszuschließen, daß dies bloß "Fehler" und "Irrtümer" des Staatsapparates waren, dahinter steckt Absicht.

 

Der Abschlußbericht des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses "stellt den Fahndungsbehörden bei der Verfolgung der Mitglieder und Unterstützer der rechten Terrorzelle NSU ein hartes Zeugnis aus: systematisches Versagen." (Kieler Nachrichten, 22.08.14) Um dies zu vertuschen wurden weitere "Fehler" begangen: Akten verschwanden oder wurden geschreddert. Man nennt dies: "phantasievolles Verfassungsschützen".

 

In einer seiner Keuner-Geschichten mit dem Titel "Mühsal der Besten" hat Bertolt Brecht das Verfahren so beschrieben: "Woran arbeiten Sie?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor."