1400 Menschen protestieren gegen rechtsextreme Gewalt

13. März 2010
Gut 1400 Menschen beteiligten sich am 13. März in Kiel an einen antifaschistischen Demonstration unter dem Motto "You’ll never walk alone!", zu welcher u.a. auch DIE LINKE Rendsburg-Eckernförde aufgerufen hatte. Hintergrund der Demonstration waren zahlreiche (neo-)faschistische Anschläge in Kiel und Umgebung, insbesondere der jüngste Angriff mit scharfen Schusswaffen auf das Alternative Kulturzentrum Alte Meierei. Bei […]

Gut 1400 Menschen beteiligten sich am 13. März in Kiel an einen antifaschistischen Demonstration unter dem Motto "You’ll never walk alone!", zu welcher u.a. auch DIE LINKE Rendsburg-Eckernförde aufgerufen hatte. Hintergrund der Demonstration waren zahlreiche (neo-)faschistische Anschläge in Kiel und Umgebung, insbesondere der jüngste Angriff mit scharfen Schusswaffen auf das Alternative Kulturzentrum Alte Meierei.

Bei gutem Wetter trafen ab 13:30 Uhr immer mehr Menschen auf dem Kieler Bahnhofsvorplatz ein. Das von der Polizei angekündigte Konzept der Zurückhaltung schien anfangs nicht wirklich umgesetzt zu werden, meinten die Beamtinnen und Beamte doch, Teile ihres Fuhrparks mitten auf dem Kundgebungsplatz abstellen zu müssen. Während der Demonstration kam es jedoch zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, die Polizei sprach später in ihrer offiziellen Pressemitteilung von einem "friedlichen Verlauf der Kundgebung".

Nach zwei Redebeiträgen des Demovorbereitungskreises und einer Vertreterin des Runden Tisches gegen Faschismus und Rassismus in Kiel setzte sich ein großer Demonstrationszug in Bewegung, schwarz und bunt; viele junge, aber auch erstaunlich viele ältere Menschen dabei.

Die Demonstration bewegte sich Richtung Holstenstraße – hin zum Asmus-Bremer-Platz, wo die erste Zwischenkundgebung mit Redebeiträgen von verschiedenen Organisationen sowie linken Künstlerinnen und Künstlern stattfand. Insbesondere wurde hier -direkt vor dem Gebäude der Kieler Nachrichten- kritisch auf die Tatsache eingegangen, dass die lokale Presse das Ausmaß rechter Gewalt in Kiel und im Umland totschweigt und verharmlost: Mindestens 20 Abo-Kündigungen wurden dem dortigen Hausbriefkasten übergeben.

Weiter ging es in Richtung des Buchladen Zapata, der schon mehrfach Zielscheibe rechtsradikaler Attacken geworden war. Hier gab es Redebeiträge von Zapata sowie der Autonomen Antifa-Koordination Kiel. Nett war ein älterer Mensch, der mit einer alten Milchkanne -in Anlehnung an die Meierei- herumlief und Spenden für den Buchladen sammelte. Ziel der aktuellen Spendenkampagne für den Laden ist, die Installation von Fensterläden oder Rollläden als Schutz gegen die Naziangriffe zu ermöglichen. (Hier kann gespendet werden!)

Der Demonstration zog weiter über die Ringstraße, wo es Redebeiträge vom Landtagsabgeordneten der LINKEN, Uli Schippels, sowie weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung gab. Schließlich endete die Kundgebung direkt vor der Alten Meierei, wo warmes Essen, Getränke sowie ein reichhaltiges Kulturprogramm warteten.

Insgesamt war diese Demonstration ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den von Rechtsradikalen angegriffenen alternativen Kulturprojekten – eine der größten antifaschistischen Kundgebungen in Kiel in den letzten Jahren. Ebenso deutlich wurde gemacht, dass sich die linken gesellschaftlichen Kräfte -ob aus Parteien, Gewerkschaften oder autonomen Zusammenhängen – nicht spalten oder kriminalisieren lassen, sondern gemeinsam auf die Straße gehen, um für gelebte Demokratie und praktische Solidarität einzustehen.

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