Zur geplanten Beteiligung der Stadtwerke Eckernförde am neuen Kohlekraftwerk in Brunsbüttel

7. Juli 2009
Der Ratsversammlung am 09. Juli liegt eine Beschlussvorlage der Verwaltung zur Beteiligung der Stadtwerke Eckernförde an einem neu zu errichtenden Kohlekraftwerk der Süd-West-Strom Kraftwerk GmbH & Co. KG in Brunsbüttel vor. Dieses Vorhaben ist klimapolitisch äußerst fragwürdig; anstatt in eine veraltete Energiegewinnungstechnologie ohne Kraft-Wärme-Kopplung und mit einem Wirkungsgrad von unter 50% einzusteigen, sollten die Stadtwerke […]

Der Ratsversammlung am 09. Juli liegt eine Beschlussvorlage der Verwaltung zur Beteiligung der Stadtwerke Eckernförde an einem neu zu errichtenden Kohlekraftwerk der Süd-West-Strom Kraftwerk GmbH & Co. KG in Brunsbüttel vor. Dieses Vorhaben ist klimapolitisch äußerst fragwürdig; anstatt in eine veraltete Energiegewinnungstechnologie ohne Kraft-Wärme-Kopplung und mit einem Wirkungsgrad von unter 50% einzusteigen, sollten die Stadtwerke verstärkt Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien tätigen. Es gibt zudem keine zureichenden ökonomischen Gründe für die Maßnahme.

Wir fordern die Fraktionen der Ratsversammlung auf, diese Beschlussvorlage abzulehnen.

Im Einzelnen sprechen aus unserer Sicht u.a. folgende Argumente gegen die Beteiligung:

Das in Brunsbüttel geplante Kohlekraftwerk ohne Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt pro Kilowattstunde fast viermal so viel CO² wie ein gleich großes Gas-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die Dramatik, mit der sich die Klimakatastrophe nicht nur andeutet, sondern schon jetzt vollzieht, lässt in der Zukunft den beschleunigten Ausstieg aus veralteten, an fossile Brennstoffe gebundenen Energieerzeugungstechnologien erwarten, mit der Folge, dass sich Kraftwerke wie das in Brunsbüttel geplante zukünftig nicht mehr rechnen. Makroökonomisch betrachtet sind die gesellschaftlichen Folgekosten der Klimakatastrophe sowieso immens. Jede Investition in ein Steinkohlekraftwerk ist eine schlimme Hypothek für zukünftige Generationen.

Auf Grund von Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit hat der spanische Energiekonzern Iberdrola seine zunächst geplante Beteiligung von 51% als Joint-Venture-Partner aufgekündigt. Der Gemeinderat der Stadt Konstanz, die sich zunächst beteiligen wollte, hat die Beteiligung revidiert. Inzwischen sind ebenfalls die Stadtwerke der Gemeinden Hammelburg, Schussental und Walldorf aus ihren Beteiligungen ausgestiegen. Ein Großteil der schleswig-holsteinischen Umlandgemeinden lehnt das Kraftwerk ab, z.B. Wilster, Wewelsfleth, Nortorf, usw.

Eckernförde hatte bisher einen guten Ruf als umweltpolitisch engagierte Gemeinde. Mit der Beteiligung am Kohlekraftwerk Brunsbüttel steht dieses positive Stadtbild auf dem Spiel.