Den ÖPNV in Rendsburg sozial und ökologisch weiterentwickeln

17. Oktober 2012
Hier könnte 2014 eine S-Bahn-Haltestelle entstehen

Mobilität ist eine Voraussetzung dafür, dass Menschen am gesellschaftlichen Leben  teilhaben können. Gerade ältere Menschen, sozial Benachteiligte mit geringen Einkommen und Schüler sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Aber auch ökologische Herauforderungen wie der Klimawandel sind gute Argumente für die Stärkung  des ÖPNV.

Rendsburg. Die Städte Rendsburg und Büdelsdorf verfügen über ein teilweise gut ausgebautes Busliniennetz. Tagsüber fahren diverse Busse im 20-Minuten-Tag im Stadtgebiet, jedoch nur stündlich in den Eiderpark und nach Osterrönfeld. In den Abendstunden steht es allerdings schlecht um den ÖPNV in Rendsburg. Der letzte Bus fährt in der Woche um 20:00 Uhr, lediglich samstags fährt bis 23:00 Uhr stündlich ein Bus auf den meisten Linen. DIE LINKE fordert, dass der Busverkehr in Rendsburg und Büdelsdorf auch in der Woche bis 23:00 Uhr aufrechterhalten wird. 

Eine S-Bahn für Rendsburg?

Die Landesregierung hat angekündigt, dass der Bahnbetrieb zwischen dem Rendsburger Bahnhof und dem Stadtteil Seemühlen Nord ab 2014 wieder aufgenommen werden soll; auch eine Verlängerung der Strecke bis Fockbek ist im Gespräch. Während des diesjährigen "Rendsburger Herbst" wurde ein Testbetrieb eingerichtet, der von vielen Menschen genutzt wurde.  Ende 2014 soll dann im Stundentakt ein Zug von Kiel mit sieben Haltepunkten an der Bahnstrecke nach Rendsburg, sowie vier Haltepunkten innerhalb von Rendsburg verkehren.  Dabei könnte diese neue Verbindung ein Teil der für Kiel und Umland geplanten Stadtregionalbahn werden. DIE LINKE befürwortet ein solches Projekt. Durch ein ähnliches Projekt im Großraum Karlsruhe konnte das Fahrgastaufkommen im ÖPNV in den 90er Jahren verfünffacht werden.

Sozialticket notwendig

Damit auch alle Menschen den ÖPNV nutzen können, muss dieser bezahlbar sein. Ein Monatsticket für den Rendsburger Stadtverkehr kostet derzeit mehr als 40,00 Euro. Einem Hartz-IV-Betroffenen werden im Regelsatz aber nur 15,00 Euro für Mobilität zugestanden.  DIE LINKE fordert daher ein Sozialticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein, das für Senioren, Arbeitslose, Schüler und Menschen mit geringen Einkommen erworben werden kann und nicht mehr als 15,00 Euro kostet. 

ÖPNV rekommunalisieren

Zudem ist der ÖPNV ein zentraler Bestandteil der Daseinsversorgung und gehört daher in öffentliche Hand. Nur so kann sichergestellt werden, dass der ÖPNV tatsächlich den Bedürfnissen der Menschen dient und nicht den Profitinteressen privater Eigentümer. DIE LINKE fordert daher die Rekommunalisierung des ÖPNVs in Rendsburg und Büdelsdorf. Dieses schafft außerdem die Möglichkeit sicherzustellen, dass die Busfahrer zukünftig wieder nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werden und nicht für Dumpinglöhne fahren müssen.